Next (Gr)exit: In drei Jahren

Nun ist es also grade nochmal gut gegangen: Die grundsätzlich steuerbetrügenden, verwaltungsaufgeblähten und sowieso viel zu früh in Rente gehenden Hellenen bleiben erst einmal in der europäischen Gemeinschaftswährung und bekommen in einem dritten Hilfsprogramm um die 80 Milliarden Euro Steuergeld aus Resteuropa – natürlich nur, wenn die „Schlampergriechen“ endlich tun, was man ihnen sagt. Denn neben der Aufgabe, dass man gefälligst rund 50 Millionen Euro über die Privatisierung von staatlichem Eigentum zu erzielen hat, müssen „die Institutionen“ EU, EZB und IWF allen Ernstes jedes Gesetzesvorhaben absegnen. Das heißt: Es ist völlig egal, wen die Griechen warum auch immer wählen werden – was die Griechen für Gesetze bekommen, bestimmen die Geldgeber. Alter Spruch: Wer die Musik bezahlt, bestimmt, was gespielt wird. Kann man das mit einem Land, einem souveränen Staat so einfach machen?

Ein klares „Nein“! Diese Regelungen höhlen jegliche Demokratie in bekannter Form aus – wenn dies Schule macht, finden wir uns schneller in einer offenen Diktatur wieder als uns lieb ist. Dass mittlerweile Großkonzerne und Geldadel ganz unverhohlen ihre Herrschaft über die Welt ausleben und sich dabei von Medien und Politik hofieren lassen, mag die eine Seite sein. Wenn monetär gesteuerte Institutionen aber nun gar jeglichen demokratischen Anschein ad absurdum führen, schlägt es dem Fass den Boden aus. Was auch immer Tsipras getrieben hat, diesen faulen Kompromiss einzugehen, es war ein grandioses Gaunerstück! Denn seine Ausgangsposition war so schwach nicht: Er hätte umkippen müssen, wäre er nicht von seinem Volk mit einem starken Votum ausgerüstet worden. Und nun hat er ohne Not den Schwanz eingezogen? Was ist da passiert?

Man kann nur hoffen, dass die gewählten Parlamentsgriechen in Athen diese plumpe Form der Erpresserdiktatur erkennen und ihrem angeblich sanft gewordenen Robin Hood die Gefolgschaft entziehen. Griechenland braucht ohne Zweifel Hilfe. Doch die bisherigen zwei Hilfspakete haben ihren Zweck alles andere als erfüllt: Der Schuldenstand ist heute höher als je zuvor, die Gläubiger jedoch sind nicht mehr private Banken, sondern die europäischen Steuerzahler. Das Risiko eines Schuldnerausfalls tragen nicht mehr die Eigner und gut betuchten Anleger der deutschen und französischen Banken, sondern unser aller Enkel und Urenkel.

Mal ein Bild vom „Krankenhaus Europa“ zum Verständnis: Angenommen, Griechenland sei ein Junkie. Die Großdealer versorgten den Süchtigen mit immer mehr leckeren Drogen – bis dieser nicht mehr für die Drogen zahlen konnte und mit schweren Entzugserscheinungen ins Krankenhaus kam. Die Ärzte verfolgten eine innovative Heilungsstrategie: Sie versorgten den Junkie auf Steuerzahlerkosten mit neuen Drogen – und was Wunder, die Entzugserscheinungen wurden ein ganz klein wenig gelindert. Leider kamen sie mit großer Macht zurück, denn der Patient konnte die Zuzahlungen für die Behandlung nicht mehr aufbringen. Als er dann einigermaßen klar war, entschloss er sich, statt neuer Drogen zu probieren, einen Entzug zu wagen. Doch die versammelte Ärzteschaft beschloss, den Patienten auf die geschlossene Psychiatrie-Station zu legen. Und man beratschlagte in großer Ärzterunde, dass doch der nächste Drogen-Cocktail die richtige Lösung sei, selbstverständlich nur, wenn der Patient künftig zum Sklaven des Krankenhauses werde…

In drei Jahren ist seine Sklaverei vermutlich erst einmal vorbei.

Dann stehen die Zeichen vermutlich erneut auf (Gr)Exit.

Dann mit vermutlich noch mehr Schulden.

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