Europäische Gedanken am 8. Mai

Heute ist er also, der „Tag der Befreiung“, den wir in der DDR bereits begangen haben. Im „alten“ Westen nannte man den Tag „Tag der bedingungslosen Kapitulation“. Erst 1985 schwenkte die alte BRD auf DDR-Linie ein – mit einer sehr guten Rede des damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker. Mittlerweile sind weitere dreißig Jahre ins Land gegangen, Archive wurden geöffnet, das Geschehen um den Krieg, das Kriegsende und die Zeit des Kalten Krieg wurde deutlicher. Mittlerweile setzt bei vielen Historikern auch aus diesem Grund eine sehr differenzierte Sichtweise des Gedenkrituals in Deutschland ein.

Um es vorweg zu nehmen: Der 8. Mai 1945 war ein Tag der Befreiung des deutschen Volkes vom Joch des Faschismus, der ein ganzes Volk (übrigens mit wehenden Fahnen) ins Verderben stürzte. Doch schwarz-weiß-Malerei ist nicht legitim – auch nicht in dieser Beziehung. Für viele Menschen war das Ende des Hitler-Regimes der Beginn eines dramatischen, neuen Leidens. Mit dem von Hitlers Schergen angezettelten Krieg endete längst nicht das Leid der Menschen. Man denke nur an die Internierungslager des NKDW, die praktischerweise gleich in den einstigen KZs eingerichtet wurden, an 14 Millionen Vertriebene, an von Soldaten aller Alliierten vergewaltige Frauen und Mädchen. Für die in der Sowjetzone lebenden Menschen dauerte es weitere 44 Jahre, bis die Freiheit nach heutigem Muster Einzug hielt.

Doch es ist zu einfach, hier jetzt ebenfalls schwarz-weiß zu malen. Ist ein Amerikaner oder Engländer als Besatzer besser als ein Russe? Wie gehen wir mit der Historie um? Gibt es ein Land, dass der Niederlage des eigenen Volkes in der Geschichte so offen und demütig gedenkt, wie Deutschland? Wie gedenkt Amerika dem Aggressionskrieg in Vietnam, im Irak oder Afghanistan? Wie gedenkt man in Russland dem Aggressionskrieg in Afghanistan? Man hört nichts von deren Gedenken? Stimmt, es gibt keines!

Unbestritten: Die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg ist die längste kriegsfreie Zeit in Europa gewesen. Dennoch müssen wir uns Gedanken machen, wer in unserer heutigen Zeit Menschen gegeneinander hetzt. Wer hetzt Deutsche gegen Russen? Wer hetzt Russen gegen Ukrainer? Wer hetzte einst Serben gegen Bosnier? Warum ist der Nachbar von gestern für manche Europäer heute Gegner? Es geht nicht um Religion, es geht nicht um Raumgewinne. Ein jeder Konflikt geht um Eitelkeit, um Macht und um Geld – damals wie heute! Es verdienen an jedem Krieg heutzutage die gleichen Firmen, meist mit Sitz in Amerika. Das ist genau das Land, dessen Geheimdienst unser deutscher Geheimdienst mit Informationen über das deutsche Volk versorgt…

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